SIGNS, GAMES AND MESSAGES

Johann Sebastian Bach
Ricercare a 3 aus dem Musikalischen Opfer BWV 1079

 

György Kurtág (*1926)
Signs, Games and Messages für Streichtrio (1989-2005)

 

Friedrich Cerha (1925-2023)
9 Bagatellen (2008)

 

Ludwig van Beethoven
Streichtrio c-Moll op. 9 Nr. 3

 

Mondrian Ensemble
Ivana Pristašová Zaugg – Violine
Petra Ackermann – Viola
Martin Jaggi – Violoncello
Friedrich Cerha © Manu Theobald
György Kurtág © bmc.hu
Das Streichtrio gehört zu den anspruchsvollsten Besetzungen der Kammermusik: Drei Stimmen, keine Verdoppelung, vollständige Transparenz. Was diese Konstellation fordert, macht sie zugleich einzigartig – eine Unmittelbarkeit des Klangs, die im Großen nicht zu finden ist. Das Mondrian Ensemble stellt in diesem Programm vier Werke nebeneinander, die von Bach bis Cerha reichen und zeigen, wie unterschiedlich Komponisten aller Epochen auf die konzentrative Kraft dieses Mediums geantwortet haben.

 

Das Ricercare a 3 aus Bachs Musikalischem Opfer BWV 1079 eröffnet den Abend – und damit einen Dialog, der sich durch das gesamte Programm zieht. Entstanden 1747 auf einem Thema Friedrichs des Großen, ist das dreistimmige Ricercare eine der vollkommensten Fugendichtungen des Barock: streng im Denken, innig im Ausdruck. In der kammermusikalischen Aufführung tritt ihre menschliche Wärme besonders deutlich hervor.

 

Den zeitgenössischen Kern des Programms bilden György Kurtágs Signs, Games and Messages und Friedrich Cerhas 9 Bagatellen. Kurtágs über Jahrzehnte gewachsener Zyklus von Miniaturen vereint Lakonie mit emotionaler Tiefe – jedes Stück ein einzelner, präziser Gedanke. Cerhas Bagatellen von 2008, entstanden am Ende eines langen Lebens in der Wiener Moderne, sind von ähnlicher Verdichtung: neun Charakterstücke, die aus einer unverwechselbaren Tonsprache schöpfen. Den Abschluss bildet Beethovens Streichtrio c-Moll op. 9 Nr. 3 – eines der leidenschaftlichsten Werke aus seinem Frühschaffen. Das c-Moll steht bei Beethoven für existenzielle Ernsthaftigkeit; schon hier verleiht er dem Genre eine sinfonische Wucht und formale Kühnheit, die das Streichtrio neu definiert. Als Gesprächspartner Bachs am anderen Ende des Programms macht das Werk deutlich, wie lebendig diese Tradition bis heute geblieben ist.